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Gedenkfeiern zum Volkstrauertag in der Niederen Börde
Am Sonntag, dem 13. November 2005, wurde
auch in den Ortschaften unserer Gemeinde Niedere Börde der
Volkstrauertag begangen. Zahlreiche Bürger versammelten sich an
Gedenkstätten, der Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft zu gedenken.
Seit zehn Jahren wird in Groß Ammensleben am Gedenkstein auf dem alten
Friedhof bei der Peter-und-Paul-Klosterkirche ein Kranz niedergelegt,
die Opfer zu würdigen und den Gedanken an das Leid, Verfolgung,
Vertreibung und Tod wach zu halten. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte der
1919 gegründete Volksbund "Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V." die
Initiative ergriffen, und 1922 fand im Deutschen Reichstag Berlin die
erste Gedenkfeier statt. Mit diesem staatlichen Bekenntnis fand der
Volkstrauertag Aufnahme in den offiziellen Gedenkkalender. Diese
würdevolle Haltung trug maßgeblich zur internationalen Wideranerkennung
Deutschlands bei. Der damalige sozialdemokratische Reichspräsident Paul Löbe hielt eine
sowohl im In- als auch im Ausland weithin beachtete Rede. Einer
feindseligen Umwelt stellte er den Gedanken an Verständigung und
Versöhnung über politische und ideologische Schranken hinweg gegenüber.
Der Schlesier Paul Lobe sollte dann Gewaltherrschaft und Vertreibung am
eigenen Leib erfahren. Ab 1954 Präsident des Kuratoriums "Unteilbares
Deutschland" war er einer der führenden Köpfe der 1989/90 erlangten
deutschen Einheit. Die Groß Ammenslebener Gedenkfeier wurde vom
Ökumenischen Chor unter der Leitung vom Michael Löderbusch würdevoll
eingestimmt. Nach der Begrüßung durch den Ortsbürgermeister Ulrich Simon
führte Dr. Wilfried Lübeck gedanklich zu den fünf Mahnmalen, die seit
dem Gedenken an die Gefallenen der Napoleonischen Befreiungskriege
1813-1815 im Ort aufgestellt worden waren. Er thematisierte das
Verhältnis der jeweiligen Obrigkeiten und Machthaber sowie ihrer
Vollzugsgehilfen gegenüber diesen Stätten, die gleichermaßen an
Unbekannte wie Bekannte, Freunde und Verwandte erinnern. Ganz
unmittelbar die leidvolle Seite der Geschichte unseres Ortes und seiner
Einwohner berührend, konnte so die auch heute noch aktuelle Bedeutung
des Volkstrauertages deutlich werden. Bevor ein Chorlied noch einmal
Trost spendete, mahnte Dr. Lübeck zur Vernunft und zum weiterhin
friedlichen Zusammenleben aller Menschen und Völker, aber auch, das
Erinnern weiter zu tragen, um das Künftige friedvoll gemeinsam zu
gestalten.
Prof. Dr. Rüdiger Pfeiffer und Dr. Wilfried Lübeck
Quelle: Gemeindeblatt
Niedere Börde, Dezember 2005 |
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2005
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