
Der Ökumenischer Chor aus Groß Ammensleben unter
Michael Löderbusch lud zu einer Musikalischen Stunde ein.
Wolmirstedt - Mit einem Festwochenende feierte die
katholische Gemeinde "St. Josef" in Wolmirstedt ihr 150-jähriges
Bestehen und die Weihe ihrer Kirche vor 70 Jahren. Zum
Gottesdienst war neben Generalvikar Raimund Sternal als
Vertreter des Bischofs sogar hoheitlicher Besuch erschienen. Die
zehnte Heidekönigin Sophie I. der Colbitz-Letzlinger Heide
(Sophie Hollenbach) gab der Festlichkeit ihre Ehre. Außer diesem
jungen Gemeindemitglied gehörten auch die ehemaligen Pfarrer
Albert Stitz und Alfred Heide zu den etwa 150 weiteren Gästen.
Die Gemeindegründung von 1856 oder die ab 1864 in einem
Mietshaus abgehaltenen Gottesdienste hatte freilich keiner von
ihnen erlebt, wohl aber den Bau der Kirche und ihre Einweihung
1936. Lucie Drygas zum Beispiel, die damals gerade eingeschult
worden war, erinnerte sich auch noch an die Zeit vor der
Kirchweihe, als die Gottesdienste im Saal einer Gastwirtschaft
stattfanden. "Damals war hier alles Acker", zeigte die
77-Jährige mit einer kurzen Handbewegung über die Flächen, wo
heute zwischen Einfamilienhäusern und größeren Wohnblöcken die
Kirche und das Pfarrhaus stehen. "Und dann stand die Kirche hier
erst einmal ganz allein." Die rüstige Rentnerin ist eine der
Ältesten der Wolmirstedter "Urgemeinde", wie sie es nennt. Viele
Mitglieder waren auch hier erst mit und nach dem Zweiten
Weltkrieg hergekommen, etwa aus Schlesien oder dem Rheinland.
Der derzeitige Vorsitzende des örtlichen Pfarrgemeinderates,
Alfons Hesse, stammt aus dem Eichsfeld. Zehn Jahre ist der
studierte Landwirt mittlerweile in der Wolmirstedter Gemeinde
und von ihren insgesamt rund 700 Mitgliedern einer der
aktivsten. Dieses Engagement weiß Pfarradministrator Stephan
Lorek zu schätzen, der seit März vergangenen Jahres neben der
Pfarrei Groß Ammensleben auch für Wolmirstedt Verantwortung
trägt. Seiner Meinung nach ist die Mitarbeit in der Gemeinde
sehr wichtig, so wie sie etwa in dem aus gut zehn Gläubigen
bestehenden Chor zum Ausdruck kommt. Deshalb hebt der 42-Jährige
auch gern hervor, dass er mit den Vorbereitungen für das
Gemeindefest selbst nichts zu tun hatte: "Das haben der
Pfarrgemeinderat und der Kirchenvorstand organisiert", so Lorek.
Ein ähnliches Beispiel sei das Erntedankfest, für das sich
Gerhard Blume besonders einsetzt. Der Produzent und Händler von
Obst und Gemüse trage dabei alljährlich für eine großartige
Ausschmückung der Kirche Sorge. Blume fühle sich wohl in der
Gemeinde, in der er jeden kenne und "mit jedem per Du" sei.
"Doch leider geht unser Pfarrer jetzt weg", bedauert der
55-Jährige den für Herbst geplanten Abschied von Lorek aus der
Wolmirstedter Gemeinde ins Mansfelder Land.
Aufgrund seiner kurzfristigen Pfarrertätigkeit für St. Josef
sieht Stephan Lorek seine Aufgabe darin, "hier alles so gut es
geht zu erhalten, um es bald einem Nachfolger zu übergeben".
Dieser soll dann zusätzlich mit Haldensleben für einen Verbund
aus insgesamt vier Gemeinden zuständig sein, wodurch das
Engagement der Gläubigen in ihrer jeweiligen Gemeinde zukünftig
noch wichtiger werden dürfte.
von: Uwe
Naumann
Quelle »Tag
des Herrn, Ausgabe 22 vom 4. Juni 2006
Bilder von der
Kirchenmusik zum Gemeindejubiläum finden Sie
»hier